Sondernewsletter Oktober 2024

Liebe Freund:innen der glokal-Arbeit,

bald ist es drei Jahre her, seitdem wir Doğan verloren haben. Aber solange wir uns erinnern, ist er unter uns. Er war es, der eine multidirektionale, transnationale Erinnerungskultur als Thema zu glokal gebracht hat. In unseren Projekten Connecting the Dots – Geschichten von Unterdrückung und Widerstand und der Global Erinnern setzen wir uns weiterhin dafür ein.
Mit seiner Herzlichkeit, seinem Witz und seinem Wissen brachte Doğan Menschen zusammen, die unterschiedlichste Erfahrungen mit Gewaltgeschichten haben. Die Erinnerung an den Genozid an den Armenier:innen im Osmanischen Reich war ihm ein zentrales Anliegen.
Wie sehr fehlst du uns in Zeiten, die geprägt sind von Zersplitterung, Hass, Ausgrenzung und Gewalt in Deutschland und weltweit. Du wirst bei uns immer stehen für grenzenlose Wärme und Solidarität!

1. Stadtrundgang: Spuren des Genozids an den Armenier:innen im Osmanischen Reich in Berlin
In diesem Sinne laden wir euch zu einem Stadtrundgang am 25.10.2024 von 14:00-17.00h ein, der die Spuren des Genozids an den Armenier:innen in Berlin aufspürt. Doğan hat den Stadtrundgang „Flucht-Exil-Verfolgung“ maßgeblich mitentwickelt und oft durchgeführt.

In dem Rundgang werden wir die Verflechtungen deutscher und türkischer Geschichte in Berlin-Charlottenburg erkunden. Durch jüdische, armenische, kommunistische und sozialdemokratische Biographien nähern wir uns an die Themen Verfolgung, Flucht und Genozid an.
Der Stadtrundgang wird geleitet vom Historiker Eike Stegen und Perihan Zeran von glokal e.V.

Wann: Freitag, 25.10.2024 um 14:00-17:00 Uhr
Wo: Treffpunkt Amerikahaus, Hardenbergstrasse 22, 10623 Berlin

Anmeldung unter geschichte[ät]glokal[punkt]org!

Wenn ihr nicht dabei sein könnt, schaut euch eine ältere Version des Stadtrundgangs online an.

2. Neuerscheinung: Sankofa – Doğans letztes Buch nun auf deutsch übersetzt!
Doğans letztes Buch ist Anfang Oktober 2024 auf deutsch erschienen.
Aus dem Klappentext: Die Erzählungen in SANKOFA machen deutlich, dass Rassismus und Gewalt nicht nur von bestimmten Gruppen ausgehen, sondern universelle Phänomene sind. Das Buch lädt jedoch zum Nachdenken über Themen ein, die in unserer Wahrnehmung, manchmal auch in unserem Leben, eine entscheidende Rolle spielen.
Der Roman fängt in einer kleinen anatolischen Grenzstadt an und endet in den USA. Dabei werden Brücken geschlagen zwischen den verschiedensten Orten der Welt, zwischen der Gewalt in der Vergangenheit und der Gegenwart. Beim Lesen empfindet man die Geschichte nicht als etwas bereits Überwundenes, sondern man empfindet sich mitten in der Geschichte – und mitten in der Welt. Denn: die viel beschworene “Erinnerungskultur” wird hier nicht in Bezug auf ein Land, sondern transnational weiterentwickelt. Jedes der vier Bücher, die Sankofa ausmachen, lassen uns in ein anderes Land, in eine andere Zeit, in andere Protagonisten hineinfühlen. Und auch begreifen, dass weder die Rolle des Täters unveränderlich zementiert ist noch die des Opfers.

Das Buch kann hier bestellt werden.

Wenn ihr mehr zu Doğan wissen wollt, könnt ihr hier auf der Kölner Seite unseres Projektes Global Erinnern seine Biographie lesen, verfasst von seinem engen Freund, dem Journalisten Albrecht Kieser.

Wir denken oft an dich, Doğan. Dadurch bist du bei uns!

Deine Freund:innen und Kolleg:innen von glokal

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